Der Coach ist kein Hobbypsychologe!

04.02.2016

Aus meiner Sicht antworte ich darauf mit: Von wegen! Es geht immer um individuelle und ganz subjektive Fragestellungen die auch sehr persönlich sind, selbst wenn dahinter eine große Organisation steckt. Und ja, auch persönliche Fragestellungen kann man selbstverständlich auch „mit System“ bearbeiten.

Meine Kunden suchen bei mir allerdings keinen Hobbypsychologen, ich bin auch keiner und will auch keiner sein. Ich bin gern der „Sparringpartner“, der Problemfelder mit dem Coachee auf Augenhöhe bearbeitet. Das wäre leichter gesagt als getan, wenn man sich auf dem speziellen Gebiet überhaupt nicht auskennen würde. Glücklicherweise war das bei mir bisher selten der Fall, was gewiss auch daran liegen mag, dass ich inzwischen mit einer ordentlichen Portion Lebenserfahrung und Berufserfahrung gesegnet bin. Trotzdem passt es manchmal auch nicht. Dann habe ich allerdings meist den passenden Coach im Netzwerk und dafür ist ein Vorgespräch ja da.

Der Lösungen und Antworten Suchende bleibt während des Coachings stets Herr des Geschehens – ich leite nur den Prozess!

Meine wichtigste Hilfestellung ist im Übrigen der Klient selbst. Er weiß ja eigentlich alles und er hat im Prinzip alle Informationen die er braucht, um seinen Konflikt oder seine Entwicklungshürde zu überwinden eigentlich auch, seine Fragen zu beantworten. Im offenen Gespräch mit mir, der ich außenstehend bin, erkennen Kunden sehr oft schon, während sie Antworten auf eigene oder meine Fragen geben, wo der „Hase im Pfeffer“ liegt. Warum? Nun, weil sie sich einfach konzentriert und beschreibend den eigenen Problemen, wie zum Beispiel Karriere- oder Wachstumshürden, Führungsaufgaben, Leistungsunlust, Motivationsbremsen, Stress, Wechselgedanken, Ärger etc. in ruhiger Umgebung zuwenden. Mein Feedback, manchmal auch durchaus kritisch hinterfragend, erleben Coachees dann oft als Bereicherung und Orientierungshilfe oder Gedankenunterstützung. Und das obwohl ich in aller Regel mein Feedback über Fragen gebe. Könnte es sein …, gehe ich Recht in der Annahme…, was glauben Sie könnte …, was wäre wenn…, woran merken Sie…, wofür wollen Sie … Sehr oft bekommt dadurch ein Gespräch einen ganz natürlichen Tiefgang in einem geschützten Raum, wo jeder Gedanke verweilen darf, ausgesprochen werden kann, Ideen verworfen werden dürfen, neue aus dem Hut gezaubert werden können und einfach konzentriert an der eigenen Sache gearbeitet wird.

Für mich ist es jedes Mal überraschend wie schon allein durch das vertrauensvolle und doch auch distanzierte Gespräch alles in Fluss kommt. Danach ist es oft viel einfacher, selbstgesteckte Ziele zu definieren und neue oder auch verschüttete Ressourcen aufzuspüren und zu nutzen. Und dann ist man mitten drin in Coaching und was beim Sport hilft, das hilft auch im Job – ohne Esoterik und ohne „Psychologesirerei“. Wer einen Therapeuten benötigt, der soll auch dort hingehen. Coaching macht nicht gesund, Coaching unterstützt wirksam bei der Selbstentwicklung.






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