Zum Thema Quote: Es ginge doch auch ohne!

24.09.2012

Bildung und Betreuung des Nachwuchses sind das beste Rezept gegen kommende Personalengpässe, so sieht es unter anderem das Institut der Deutschen Wirtschaft. Und genau dafür mache ich mich weiter stark. Eindeutig eine bessere Alternative als eine, wie auch immer gestaltete, Quote!

Zugegeben, als ich 25 Jahre alt war, und damals trug Frau zu Recht das „lila Halstuch“ und kämpfte für die Emanzipation, hätte ich der Quote in jeder Partei und in der Wirtschaft auf allen Ebenen bis hin zum Vorstand und dem Aufsichtsrat der großen AGs wohl Einiges abgewinnen können.

Und auch davor möchte ich die Augen nicht verschließen: die so genannte „gläserne Decke“ ist für die politisch engagierten und kompetente Powerfrauen in der FDP nach wie vor noch oft viel zu undurchlässig.

Schaue ich mir jetzt aber die Forderungen nach „Quote“ in allen Parteien, mit Ausnahme der FDP an, so muss ich feststellen: Die Politik macht gerade die Rechnung ohne die engagierten Töchter meiner Generation „Mütter“!

Unsere Töchter sind alle samt sehr emanzipiert erzogene, selbstbewusste, zu meist sehr gut ausgebildete junge Frauen mit gehobenen Ansprüchen an ihre Karriere und dem festen Willen, Karriere und Beruf zu einen. Und – sie werden gebraucht! Die Wirtschaft, der in den nächsten Jahren ca. 30% ihrer Fachkräfte einfach altersbedingt verloren gehen, werden sich um den weiblichen wie männlichen Führungsnachwuchs gleichermaßen händeringend bemühen müssen. Insofern kommt die Politik mit ihrer Quote, die meiner Generation als junge Frauen bestimmt noch geholfen hätte, verkrustete Strukturen aufzuweichen und gläserne Decken durchlässig zu machen, eindeutig 30 Jahre zu spät.

Auf alle Fälle wollen die jungen Frauen die Karriere machen möchten nicht unter dem Image der Quotenfrau leiden!

Und, wollen wir doch als Unternehmer/-innen mal ganz ehrlich sein: Wer lässt sich schon gern vorschreiben, wen er warum einstellt? Weder die Herkunft, Alter und Gesundheit (Thema Demografie/Integration/Behinderungen) noch das Geschlecht entscheidet über die Wahl bei der Besetzung einer Führungskräfteposition. Motivation, Zuverlässigkeit, fachliche Kompetenz und die sogenannten weichen Faktoren sollten den Ausschlag geben. Außerdem: Was mache ich, wenn nur eine Stelle zu besetzen ist? Der Vorsitz eines Vorstandes oder Aufsichtsrates ist ja nun einmal in der Regel mit einer Person zu besetzen.

Ich werde hingegen nicht müde, mich dafür einzusetzen, dass junge Frauen in der Wirtschaft wie in der Verwaltung etc. immer dann Karriere problemlos schaffen könnten, wenn sie gute und verlässliche Bedingungen für die Kinderbetreuung finden würden und wenn sich Unternehmen wie auch die Politik für Flexibilität bei Arbeitszeiten stark machten. Ganz klar: Kinderbetreuung darf mit dem Schuleintritt nicht von der Agenda verschwinden. Hätten wir Ideen für eine verlässliche und durchgängig gute Ganztagsbetreuung bis zum 14. Lebensjahr (mindestens) dann würden wir über die Quote schon längst kaum mehr nachdenken!






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