Mir graust es: Lohnnebenkosten steigen!

06.07.2010

Die Schlagzeile der Zeit "Koalition lässt die Kassen kassieren" lässt mich erst ein Mal tief durchatmen. Also, Arbeit ruhen lassen und erst einmal lesen, was bei dem Gesundheitsreförmchen heraus gekommen ist.

Also: Es bleibt alles beim Alten. Philipp Rösler muss gute Miene zu diesem Spiel machen, ob er will oder nicht. Er hat ein riesiges Loch zu stopfen und alle Politgrößen um ihn herum scheinen immer noch der Meinung zu sein, es ginge mit den traditionellen Mitteln. Mut zu einer wirklichen Reform hat niemand! Angesichts des eh schon schlechten Images der Regierung mag der ein oder andere das ja verstehen. Als Unternehmerin, die jeden Pfennig 3 Mal verdienen muss - ein Mal für die Mitarbeitergehälter - ein Mal für die allgemeinen Lohnnebenkosten und ein Mal für die sonstigen Kosten - bin ich langsam sehr ungeduldig, ja eigentlich sogar richtig wütend.

Mir ist schon klar, dass wirkliche Reformen Zeit brauchen und dass dazu auch gegenseitiges Verstehen und ein fairer Umgang der Koalitionspartner notwendig wäre. Wenn man das Gefühl hätte, da kommt etwas in Bewegung, da geht etwas voran, die Karre wird langsam aus dem Dreck gezogen, dann wäre es ja in Ordnung. Aber, weit gefehlt! Weder Arbeitgebern noch Arbeitnehmern wird dieses weitere verschieben notwendiger Schritte gerecht. Eine Steigung der Lohnnebenkosten ist wie eine halbe Wurzelbehandlung, die den Eiterherd sich weiter ausdehnen lässt. Ich rufe nach Berlin: Denkt doch einmal an den demografischen Wandel. Der wird doch die Gesundheitskosten weiter explodieren lassen. Das wissen doch alle!

Spiegel Online sieht in seinem Statement "Schwarz-gelber Kompromiss" sogar eine gemeinsame ablehnende Haltung der Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände!

Tut mir leid: Das ist kein schwarz gelber sondern eindeutig ein fauler Kompromiss! Wieder eine 5 für die Regierungsbank. Und ich glaube nicht, dass sich Philipp Rösler damit rund um wohl fühlt.






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Kerstin Marxmeier schrieb am 07.07.2010 - 18:18
No image
Wieviel Drama können wir Unternehmer noch aushalten?
Wann übernimmt die Politik (mir ist es übrigens egal, welche Farbe!) endlich mal Verantwortung und schielt mit ihren Maßnahmen nicht immer nur zur bis zum Ende der jeweiligen Legislaturperiode...
Wann wird es endlich klar, dass nicht nur die demographische Entwicklung sondern auch die Umstrukturierung unserer Wirtschaftssysteme immer weniger Arbeitnehmer für die Finanzierung unserer sozialen Sicherungs-systeme zur Verfügung stehen...
Leider muss ich auf der Seite der Erwerbstätigen immer wieder feststellen, dass der Leidensdruck offensichtlich noch nicht hoch genug ist:
Anders kann ich es mir nicht erklären, dass die meisten den Blick von der nicht zu vermeidenden "Rentenfalle" lieber abwenden und sich lieber in der sehr trügerischen Hoffnung belassen, dass es ja "vielleicht doch nicht so schlimm wird" anstatt mal Angebote für eine echte Alternative zu prüfen und nicht pauschal als absurd abtun...
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