Guten Tag bei Kathrein Bönsch im Web!

Als ehemalige familienfreundliche Unternehmerin bleibe ich an vielen Themen und Maßnahmen interessiert, die helfen, die Auswirkungen des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels abzumildern und die Bedingungen für Familien zu verbessern. Außerdem bin ich Talente- und Karrierecoach. Ich helfe Menschen, Gruppen und Teams sich selbst zu helfen und eigene Potenziale (neu) zu entdecken und erfolgreich zu leben.

Warum brauchen wir dual career?

14.05.2012

Halte gerade druckfrisch das Praxishandbuch der Robert-Bosch-Stiftung und des stat. Landesamtes Baden-Württemberg zum Thema "Dual Career" in den Händen, an deren Entstehung ich selbst durch eine längere Befragung zum Thema mit beitragen durfte.

Bei der Durchsicht des Ergebnisses werde ich sehr nachdenklich, wenn ich mir überlege, was für politische Rahmenbedingungen notwendig sein werden, um in Niedersachsen und speziell für uns in Hameln die Abwanderung junger Akademiker und Fachkräfte zu stoppen.

Moderne "Dual Career Couples" sind anspruchsvoll, zumindest verglichen mit den Bedingungen, die sie vorfinden. Was wollen sie:

  • Bei mehr als 75% wollen beide berufstätig sein.
  • Sie wollen wohl Kinder, aber viele verzichten auf Kinder, solange sie bei der Karriere zurück stecken müssten.
  • Beide wollen bzw. arbeiten Vollzeit.
  • Für beide Partner spielt beim Job- und Standortwechsel die Perspektive, die auch den Partner erwartet, eine entscheidende Rolle als Entscheidungshilfe.
  • Das Durchschnittsalter der Paare liegt bei ca. Mitte 20-30 Jahren.

Entsprechend darf davon ausgegangen werden, dass der ländliche Raum es schwer haben wird, diese Paare in der Region zu halten. Denn hier gibt es zwar genügend Fachkräftemangel, zum Teil mehr als im Ballungszentrum, aber dass einem qualifizierten Paar direkt 2 Jobs angeboten werden können, ist eher selten. Aber, auch das steht zwischen den Zeilen, die jungen Frauen möchten nicht mehr zu Gunsten ihrer Partner verzichten oder zurückstecken. Und das kann ich sehr gut nachvollziehen.

Wir brauchen aber nun einmal jede Fachkraft in unserer Zukunft, denn über 600.000 Erwerbstätige weniger müssen bis 2030 verkraftet werden und das geht nur, wenn wir politisch familienfreundliche Rahmenbedingungen schaffen und diese in den Betrieben auch leben werden. Nur dann schaffen wir die Voraussetzungen, die Frauen brauchen, um beruflich aktiv zu bleiben und Kinder zu haben. Eine Voraussetzung für kleinste Abmilderungen beim "demografischen Wandel" wird die Beschäftigung unserer qualifizierten Frauen sein! Die wiederum brauchen Perspektiven und idealen Nährboden, um auch Kinder zu bekommen.

Auf uns als Unternehmer und auf unsere Politik kommt einiges zu. Dual Career Förderung ist eine Antwort, familienfreundliche Unternehmenskultur eine weitere und gute Kinderbetreuung mit qualifizierten Bildungs- und Ganztagesschulangeboten eine weitere.

Ein Gespräch mit unserem Staatssekretär im FDP geführten Wirtschaftsministerium des Landes zeigt mir deutlich, dass dort die Zeichen erkannt worden sind und das macht mich sehr froh.

Wir brauchen den freiwilligen Schulterschluss von Wirtschaft, Wirtschaftsförderung und Politik. Und dafür setze ich mich ein!

Die Frauen brauchen nicht die Quote - die Wirtschaft braucht die Frauen!

12.03.2012

Heute las ich in der Tagespresse, auch unsere Kanzlerin sei jetzt für die Frauenquote in der Wirtschaft. Die Debatte, so las ich, solle im nächsten Bundestagswahlkampf weiter geführt werden. Das wäre also dann 2013...

Während in der Politik diskutiert wird, wird in der Wirtschaft gehandelt. Ich empfehle dazu die Lektüre der Studie des genderdax, die bei Spiegel online veröffentlicht wurde: http://www.spiegel.de/karriere/0,1518,818024,00.html

Wieder einmal zeigt sich, dass Politik manchmal etwas langsam ist, wenn es darum geht, Rahmenbedingungen zu definieren und zu realisieren. Und für mich zeigt sich außerdem auch wieder, dass da um die falschen Sachen gerungen wird.

Frauen brauchen möglicherweise Unterstützung bei ihrer Karriereplanung, genau wie ihre männlichen Kollegen auch und Frauen brauchen eine Chance - eine Quote brauchen sie nicht.

Die Frauenquote, oder um Missverständnisse direkt zu vermeiden, der Frauenanteil in den Führungsetagen der deutschen und auch der europäischen Wirtschaft wird sich von selbst entwickeln, wenn die Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf stimmen. Und da in der Politik, trotz aller gut gemeinter Bemühungen der letzten Jahre, immer noch zu wenig passiert, hilft sich die Wirtschaft eben, wie so oft, auch selbst.

Kaum eines der TOP 30 Unternehmen bietet keine betriebseigenen Konzepte zur Kinderbetreuung, um die Familien, Männer & Frauen, in Brot und Arbeit zu halten, wenn der Nachwuchs unterwegs ist. Und das hat ganz klare Sachgründe: Frauen werden als Arbeitskräfte, auch als qualifizierte Führungskräfte, dringend benötigt. Und zwar, und das rufe ich jetzt gern mal Richtung Berlin, nicht nur als Minijobberinnen und Halbtagskräfte ohne Verantwortung, sondern als qualifizierte Ingenieurinnen, Ärztinnen, Rechtsanwältinnen und Managerinnen, Mathematikerinnen, Programmiererinnen ...Politikerinnen! Und dann gern auch mal, genau wie ihre männlichen Kollegen auch, mit flexiblen Arbeitszeitkonzepten, die eine Halbtagsbeschäftigung nicht ausschließen.

Unternehmer und Politiker - braucht man sich nicht gegenseitig?!

28.02.2012

Das "neue, nette" Verhältnis zwischen Unternehmern und Politikern hat einen "fast neuen" Namen: "Wulffen". Also eigentlich ist das nicht neu und in Wirklichkeit auch nichts, was jemals jemand irgendwie wirklich verwerflich fand. Schon immer saßen der Unternehmer, der Bürgermeister, der Lehrer meist zusammen noch mit dem Geistlichen, also dem Pfarrer und dem "Schreiberling" an einem Biertisch zusammen und haben die wichtigen Dinge des Tages, der Woche, des Monats besprochen. Das nannte man dann Stammtisch. Dafür war in jedem "Dorfkrug" ein prominenter Platz reserviert und wer was auf sich hielt, oft ergänzt um den Adeligen, der war dabei. Heute nennt man diese Art der Zusammenkunft "Seilschaft", "Netzwerk", "Zirkel", "Club" und so weiter und so weiter. Diese Art des Miteinanders dient niemals allein der Unterhaltung.

Es geht immer auch um Einflussnahme, um Verständigung, zumindest um Kommunikation und damit auch um gegenseitiges Verstehen. Soweit, so gut und für mein Verständnis auch so weit in Ordnung. Dass heute auch einmal eine Dame mit am Tisch sitzt, ja das darf wohl durchaus sein. Aber darum geht es heute nicht.

Dass man sich deshalb nicht direkt in den Ruf der Bestechlichkeit begibt, ist nicht nur Ehrensache, sondern für mich eine ganz normale Selbstverständlichkeit, die noch nie zu sogenannten "Weiterungen" führte, selbst wenn mal die ein oder andere Gefälligkeit für die ein oder andere Einflussnahme fällig war. Also keiner hat dem Banker einen Strick daraus gedreht, wenn er einer "Dorfgröße" einen Kredit gewährt hat, für den Kauf z.B. eines Grundstücks, von dem noch niemand, außer den Eingeweihten, wusste, dass es mal ein ansehnliches Baugrundstück werden würde ... Gern überlasse ich der Fantasie der Leser, über weitere fiktive Möglichkeiten des dörflichen und städtischen oder auch nationalen Miteinanders nachzudenken....

Damit ist ja nun mal Schluss! Unser ehemaliger Landesvater (ich wohne in Niedersachsen) hat uns alle um einen großen Spaß beim Spiel gebracht. Ab sofort darf keiner mehr dem Anderen ein Bier bezahlen, ja selbst das wohlverdiente Honorar für hart erwirtschaftete Leistungen geht unter Umständen dahin, wenn einer der Akteure im öffentlichen Leben steht und der andere Akteur davon profitieren könnte.... Wie gesagt, Ihre Gedanken, liebe Leserin, lieber Leser sind frei! Malen Sie sich ruhig mal die eine oder andere Ihnen bekannte Situation aus.

Ist natürlich stets eine Gradwanderung mit ungewissem Ausgang. Ich weiß sehrwohl, dass die Wulfferei auch andere Wahrheiten beinhaltet. Darüber hinaus kann ich mich des Eindruckes nicht entziehen, dass hier eine Doppelmoral und eine Gängelung des unbedarften Miteinanders einzieht, die ich auch recht fragwürdig finde. Das war jetzt also das Ende vom Lied Wulff und seinen kleineren und großen Verfehlungen!

Als Frau der Wirtschaft und als politisch Interessierte (ohne Zeit für Amt und Würden) und ohne großes Talent für die Frontarbeit in der Politik, kenne ich mehrere Seiten dieser Seilschaftenmedallie und bedaure die negativen Auswirkungen der letzten Affären schon arg. Denn eines steht ja wohl fest: Letztendlich geht es meist eben doch um gegenseitiges Verstehen und ob es nun die Mehrheit der nicht betroffenen, da nicht in diesen Zirkeln zu findende Bevölkerung versteht, oder nicht - weder Wulff noch sonst ein Frontpolitiker ist, das denke ich, so bescheuert, sich wirklich für einem miesen Wochenendtripp oder einem Abend im so genannten großen Kreis, oder, oder, oder ... wirklich bestechen zu lassen. Sie verdienen ja nicht wirklich gut unsere politischen Frontleute, aber "hartzen" müssen sie ja nun auch nicht gerade!

Sei es drum - meine Meinung. Die einen finden sie arrogant, die anderen blauäugig - ich sage: Wir brauchen in Politik und Wirtschaft gegenseitiges Verstehen! - und ... Gauck wird bestimmt auch einen coolen Job machen.

Sorgt Frauenpower in der Chefetage für mehr Wachstum?

24.01.2012

Mit dieser Frage beschäftigte sich die Studie von Ernst & Young, die diese in 300 der größten börsennotierten Unternehmen Europas durchgeführt haben.
Die Kernaussagen finden Sie hier:
http://www.de.ey.com/Publication/vwLUAssets/Mixed_Leadership_2012/$FILE/Kernergebnisse%20Mixed%20Leadership.pdf
Die Onlineausgabe der Zeitschrift Stern titelt dazu unter http://www.stern.de/wirtschaft/job/studie-von-ernstyoung-frauen-machen-firmen-erfolgreicher-1775302.html „Frauen machen Firmen erfolgreicher.“

Hätte man diese Studie ausschließlich in Deutschland durchgeführt, dann wäre man möglicherweise nicht mal auf 300 gehaltvolle Unternehmen gekommen, die in der Führungsspitze Positionen mit Frauen besetzt haben. Soweit die traurige Wahrheit. Würde auf der anderen Seite der Umkehrschluss auch folgerichtig sein, dann hieße das ja, Unternehmen, in denen ausschließlich Männer das Sagen haben, entwickeln sich langsamer oder nicht so erfolgreich.

Ob es da einen Zusammenhang geben könnte, dass weiß man aus meiner Sicht gewiss noch lange nicht. Da gibt es so viele Stellschrauben und Bedingungen zu berücksichtigen, dass ein objektiver Vergleich einfach gar nicht möglich sein kann. Und ich glaube, auf gar keinen Fall ließe sich am männerdominierten Führungsmanagement der deutschen Großunternehmen etwas verändern, wenn wir eine Quote hätten. Allein was hier aus meiner Sicht Abhilfe schaffen kann, ist Einsicht und bessere gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen für Frauen und Mütter.
Eines scheint ja inzwischen unumstritten: Gemischte Teams funktionieren besser und kommen zu qualitativ besseren Ergebnissen– und auch im führenden Management kommt man ja an Teamarbeit gewiss nicht vorbei.

Da Unternehmen und Unternehmer/-innen stets darum bemüht sind, das zu tun, was sie erfolgreicher macht, ist die Studie auf dem Weg zu mehr weiblichen Führungskräften trotzdem wertvoll.

In Deutschland muss sich immer noch ein bisschen das Bewusstsein aller und das gesunde Selbstbewusstsein von Frauen wandeln. Gern denke ich da noch an meine Arbeitszeit im internationalen (finnischen) Konzern zurück: Da spielte das Geschlecht weder bei der Einstellung noch bei Beförderungen eine Rolle. Was zählte war allein die Qualifikation und natürlich der Erfolg. Und davon träume ich weiter, gerade auch für die deutsche Wirtschaft und unsere Gesellschaft. - Schon allein wegen des Fachkräftemangels.

Wie gern würde ich zum Beispiel mal eine richtig gute Programmiererin in meinem Unternehmen beschäftigen. Bisher haben wir es "nur" geschafft, eine Webentwicklerin mit höchsten Kompetenzen im Bereich Design zu finden. Eigentlich doch schade. Oder?

Kennen Sie den Genderdax?

30.11.2011

Habe mich heute entschieden, dort auch weiter mitzumachen, obwohl nun auch ein kleiner monatlicher Beitrag für die Teilnahme erhoben wird.

Es wird ja derzeit viel gesagt über "Familienfreundliche Unternehmensführung und Frauenförderung" – wir, das heißt alle zum genderdax gehörenden Unternehmen handeln!

Der Genderdax ist eine Informationsplattform für hochqualifizierte Frauen und Unternehmen, die diese Frauen fördern, zum Beispiel durch Weiterbildung, Karriereplanung und durch Maßnahmen der Familienfreundlichkeit. – Sie ging im Frühjahr 2005 an den Start und hat inzwischen eine sehr ansehnliche Zahl renommierter Unternehmen überzeugt, mit am Thema zu arbeiten – mein Unternehmen gehört fast seit Anfang an dazu und profitiert als kleines Unternehmen schon länger von den Vernetzungsmöglichkeiten, vom Wissen, der Erfahrung und den Bildungsangeboten, auch der anderen teilnehmenden Unternehmen.

Zu den renommierten TOP-Unternehmen der Community gehören einige der ganz großen, wie zum Beispiel: Allianz, BMW, Commerzbank, eon, Hannover Airport, Lufthansa … bis hin zu Siemens, VW, WestLB ... , um nur einige herauszugreifen.

Das Projekt selbst richtet sich an Frauen in Fach- und Führungspositionen ebenso wie an Nachwuchskräfte und Wiedereinsteigerinnen. Für diese Zielgruppe bietet die Plattform einen guten Überblick über herausragende Beschäftigungsmöglichkeiten und Entwicklungschancen bei ausgewählten Großunternehmen, kleinen und mittelständischen Betrieben sowie bei Forschungszentren in ganz Deutschland. Inzwischen sind mehr als 50 Unternehmen Mitglied der Gemeinschaft und der Erfolg in der Entwicklung und Akzeptanz gibt uns auch, ganz ohne Quote, recht.

Ich bin sehr stolz darauf, dort dabei zu sein.

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